19. Mai 2019 kk_neu

Durch Weißraum die Attraktivität steigern

Sie haben vermutlich schon mitbekommen, dass wir unsere Zielgruppe gern auf gestalterische Details aufmerksam machen möchten, die im Alltag nicht von ihr erkannt werden. Die Komposition mit dem Weißraum ist solch ein gestalterisches Detail, mit dem ein Konzept steht oder fällt. Um die Problematik so deutlich wie möglich darzustellen bitten wir Sie darum, sich einen Produktkatalog eines Versand- oder Spielwarenhändlers vorzustellen und diesen mit einem Magalog (Magazin- und Kataloghybrid) von H&M oder Zara zu vergleichen. Was wird Ihnen auffallen? Genau, die Masse an weißen Flächen, die das Auge entweder entspannen oder dauerhaft reizen. Wir hatten die Wertigkeit in unserer Überschrift angesprochen. Was würden Sie als hochwertiger assoziieren?

Die bewusste Verwendung von großzügigem Weißraum rückt grafische und bildliche Elemente aktiv in den Vordergrund und stellt diese auf ein Podest. Unterbewusst sind diese Teile der Gestaltung automatisch hochwertiger, weil ihnen damit ein größerer Wert zugewiesen wird. Diese Hochwertigkeit wird dann von unserem Bewusstsein auf das gesamte Werbemittel übertragen und wir nehmen es höherwertig, teurer und exklusiver wahr. Das liegt auch daran, dass diese Art von Gestaltung viel mehr Zeit und Ressourcen benötigt, als ein Systemkatalog, der auf Masse aufbaut. Alles ist gleich viel wert und der fehlende Spannungsbogen lässt es uns langweilig, eintönig und billig erscheinen.

Wenn Sie also das nächste Mal etwas bewusst lesen und/oder betrachten, bitten wir Sie darum, sich den Weißraum anzusehen. Ist dieser bewusst eingesetzt worden? Handelt es sich hierbei um ein wertiges Produkt bei dem der Gestalter sich Gedanken gemacht hat, welche Wirkung erzielt werden möchte?